Geschichte, Teil Bohnsdorf

Das Dorf Bonistorp wurde 1375 im Landbuch Karls IV. erstmals urkundlich erwähnt. 1450 gehörte Bohnsdorf mit seiner kleinen Filialkirche zu Waltersdorf, dessen Feldsteinkirche aus der Zeit um 1230 bis heute ein sichtbares Zeugnis der Vergangenheit ist.
Nach der Reformation war das heutige Gemeindegebiet Köpenick zugeordnet.
Grünau wurde ebenso wie Adlershof 1754 von Friedrich II. zur Ansiedlung von Kolonisten gegründet.
1866 wurde die Berlin-Görlitzer-Eisenbahnstrecke erbaut, Grünau erhielt einen Bahnhof. In der Folgezeit bauten vor allem Berliner hier kleine Landhäuser und errichteten Fabrikgebäude. Es entstanden zahlreiche Bootshäuser am Ufer der Dahme. Grünau wurde beliebter Wassersportplatz und die Einwohnerzahl nahm zu.
1921 sammelte Kuratus Kohlsdorf von Eichwalde, der Grünau/Bohnsdorf seelsorgerisch betreute, die Katholiken und feierte mit ihnen die heilige Messe in der Schulaula von Grünau.
1934 wurden die Gemeindemitglieder aus Grünau/Bohnsdorf von Eichwalde nach Adlershof umgepfarrt. Am 1. August 1936 erfolgt die Gründung der Gemeinde Berlin-Grünau/Bohnsdorf mit 950 Mitgliedern als Lokalie.
Erster Geistlicher in Bohnsdorf wurde Kuratus Theodor Kierzek (1936 - 1954); er bezog eine Wohnung in einem Zweifamilienhaus in der Neptunstraße.

Bild zeigt Hedwigshöhe um 1926
Hedwigshöhe um 1926

1925 konnte in Bohnsdorf, im früheren Herrensitz des Gartenbaudirektors Max Buntzel, durch das St. Hedwigskrankenhaus ein Erholungsheim eröffnet werden, das Haus Hedwigshöhe. Seit September 1926 besitzt das Haus eine eigene Kapelle, die auch dem Konvent der Schwestern vom hl. Karl Borromäus diente. Im Geiste tätiger Nächstenliebe wirkten die Schwestern bis September 2007 in der Krankenhausseelsorge in Hedwigshöhe, danach gingen sie zurück in das Mutterhaus nach Trier. Durch viele Jahre hatte das Haus mit seiner wechselvollen Geschichte einen eigenen Geistlichen.

Nach Kündigung der Schulaula Grünau für den Gottesdienst im Jahr 1937 bekam die Gemeinde Gastrecht in der Kapelle von Hedwigshöhe. 1938 wurde Hedwigshöhe Priesterseminar des Bistums Berlin.
Im Sommer 1940 wurde von der Reichsbahn ein Arbeitslager eingerichtet in dem mehr als 700 polnische Zivilgefangene katholischen Glaubens untergebracht waren. Für diese wurde jeden zweiten Sonntag durch Pfarrer Kierzek ein katholischer Feldgottesdienst im Lager abgehalten.
Als am 1. August 1941 die Gestapo Hedwigshöhe beschlagnahmte, konnte die Gemeinde mit damals mehr als 1000 Katholiken nirgendwo Sonntagsgottesdienst feiern. Ab Weihnachten 1942 war die Mitbenutzung der evangelischen Kirchen von Grünau und Bohnsdorf möglich. Dieses Gastrecht wurde bis 1991 von der Gemeinde in Anspruch genommen.
Unter Pfarrer Karl Heinz Möbius (1954 -1976) wurde die Gemeinde 1955 seelsorgerisch und 1969 vermögensrechtlich selbstständig. Als Pfarrer Möbius 1976 starb, übernahm Pfarrer Joachim Heinrich die Gemeinde.

Bild der St.-Hedwigs-Kapelle (Innenaufnahme)
St.-Hedwigs-Kapelle (Innenaufnahme)

1979 gelang durch die Hilfe des Bischöflichen Ordinariates der Bau eines eigenen Pfarrhauses, das seitdem Sammelpunkt der Gemeinde, Treffpunkt der verschiedenen Kreise und jetzt auch Übungsstätte des Chores ist. Viele Jahre fand hier auch der Religionsunterricht statt.
Am 10. März 1991 wurde von Kardinal Georg Sterzynski die neue Kapelle in Hedwigshöhe mit 145 Sitzplätzen eingeweiht, sie wurde gleichzeitig als Kirche für die Gemeinde gebaut - endlich bekam die Bohnsdorfer Gemeinde, wenn auch als Nutzer, ein festes Zuhause.

Am 30. Juni 2004 erfolgte die Fusion der Gemeinden Christus König Adlershof, Maria Hilf Altglienicke und St. Laurentius Grünau- Bohnsdorf.
Die Katholiken aus dem Gebiet Grünau/Bohnsdorf gehören jetzt zur Kirchengemeinde Christus König mit Pfarrer Horst Herrfurth.
Pfarrer Joachim Heinrich wurde am 1. Juli 2004 in den Ruhestand versetzt. Er hat sich dankenswerterweise bereit erklärt, auch im Ruhestand pastorale Dienste in der St. Hedwigskapelle und in der Kapelle des Seniorenzentrums St. Michael in Bohnsdorf zu übernehmen.
Das Seniorenzentrum St. Michael wurde am 2. Februar 2005 feierlich eingeweiht. Es gehört wie das Krankenhaus Hedwigshöhe zu den Gesellschaften der Alexianerbrüder und bietet stationäre Pflegeplätze und einen Bereich Betreutes Wohnen. In der Einrichtung am Höhensteig 2 gibt es auch die kleine Kapelle für ca. 25 Personen.
Am 30. November 2010 ging Pfarrer Horst Herrfurth in den Ruhestand. Neuer Pfarrer der Gemeinde ist Dr. Sebastian Punayar.



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