Aus der Geschichte der Gemeinde

Die ältesten Spuren der katholischen Gemeinde St.Josef in Köpenick gehen in das Jahr 1852 zurück, als Missionsvikar Eduard Müller aus Berlin "St. Hedwig" die erste hl. Messe nach der Reformation für die katholischen Einwohner in einer Wohnung feierte.


Durch Erlass Sr. Eminenz des Fürstbischofs Kardinal Kopp und durch staatliche Zustimmung vom 2. Mai 1896 wurde Köpenick zur selbständigen Pfarrei erhoben. Das Pfarrgebiet umfasste weite Gebiete des östlichen und südöstlichen Umlandes des damaligen Berlin.


Am 8. Mai 1898 war die Grundsteinlegung für den Kirchbau. Die Gemeinde zählte zu dieser Zeit schon ca. 3000 Gemeindemitglieder. Die Einweihung durch den Fürstbischöflichen Delegaten Propst Neuber erfolgte 10 Monate später, am 25. März 1899, dem Fest Mariä Verkündigung.


Kirche und Pfarrhaus wurden während des 2. Weltkrieges stark beschädigt. Nach dem Krieg wurden die größten Schäden beseitigt. In den 60-er Jahren erfolgte eine Renovierung und Umgestaltung des Innenraumes, die wenig Rücksicht auf die neogotische Architektur nahm.


Im November 1992 begann eine umfassende Instandsetzung des gesamten Kirchengebäudes innen und außen. Der Architekt Martin Stachat, in dessen Händen die Leitung dieser Arbeiten lag, sorgte dafür, dass die ursprüngliche Architektur im Innenraum wieder hergestellt wurde. Durch den Umfang der Arbeiten war es dann auch angebracht, die Innenausstattung der Kirche zu erneuern. Damit wurde ebenfalls Herr Stachat beauftragt, der außer in seinem Beruf als Architekt auch einige Jahre freiberuflich als Holzgestalter tätig war. Als theologisches Thema wurde der Begriff "Volk Gottes" gewählt. Alle Gegenstände und ihre Anordnung sollen dies deutlich machen. Am stärksten ist das Thema am Altar, dem "Mittelpunkt" der Gottesdienstgemeinde, erkennbar.


Am 4. Juni 1994 konsekrierte Kardinal Sterzinsky den neuen Altar und setzte eine Reliquie des hl. Franz von Assissi bei. Nachdem die Arbeiten an und in der Kirche im wesentlichen abgeschlossen sind, erlebt die Besucherin, der Besucher ein sehr gelungenes Zusammenspiel von neogotischer Architektur und moderner Gestaltung.





Zum Abschluss lesen Sie einen meditativen Text zum Altar von Martin Stachat:

wir sind unterwegs
gerufen und geführt
eine Gemeinschaft von Menschen
einfachen und komplizierten
fröhlichen und belasteten
schwachen und starken
jungen und alten
betenden und hoffnungslosen
glaubenden und zweifelnden
versammelt um unsere Mitte
Christus
sagt uns seine Gegenwart zu
wir können Gemeinschaft suchen
mit ihm und untereinander
den Suchenden, Unerwarteten aufnehmen
offen für Ungewohntes, bewegt sein
loben, danken und feiern
diese Begegnungen können sein
Licht das wärmt
Dunkelheit aufhellt
Gott
Dein Volk sammelst Du um Dich
bis an das Ende der Zeit


Kirche St. Josef mit Turm

St. Josef mit Turm

Innenansicht

Innenansicht

Altar

Altar

Ambo

Ambo

Taufbecken

Taufbecken

Tabernakel

Tabernakel


Am 1. November 2003 wurde St. Josef mit der Gemeinde St. Franziskus vereinigt, die im benachbarten Friedrichshagen beheimatet ist.


Der Ort wurde 1753 von König Friedrich ü. als Seidenspinner- und Besenbinderdorf gegründet und hatte sich um die Jahrhundertwende zu einem bevorzugten Villen- und Erholungsort entwickelt. Schon im 18. Jh. wohnten hier katholische Familien. 1867 wurde das Dorf als Missionsort von St. Michael in Berlin erwähnt. Seit 1894 erhielten die katholischen Kinder von Köpenick aus Religionsunterricht, als Jahr des ersten katholischen Gottesdienstes wird 1904 genannt: Im gemieteten Raum einer Drahtzaunfabrik, eingeklemmt zwischen Drahtzaungeflecht. Damals zählte man rund 1000 Katholiken, die sich allerdings auf etwa 35 Ortschaften verteilten.


Altar

 
Der Altarraum


1906 errichtete Paul Franke eine turmlose neugotische Kirche mit angebautem Pfarrhaus, in das 1907 Johannes Kandler als erster eigener Geistlicher einzog. Unter seinem Nachfolger Max Fiedler (1909-24) wurde St. Franziskus 1912 Kuratie und 1919 Pfarrei. Dann wirkte Melchior Grossek (1924-38) als Pfarrer, einer der Pioniere der katholischen Rundfunkarbeit, der manche Auseinandersetzung mit NS-Parteigenossen hatte.

Als Tochtergründungen wurden 1923 die Kuratie Erkner, 1934 Rahnsdorf und 1936 Schöneiche als Lokalien abgetrennt. 1945-71 bestand auch an der St.-Albertus-Kapelle der Dominikaner an der Stadtgrenze eine eigenstandige Lokalie.

Pfr. Erhard Golisch (1938-68) erlebte am 26.2.1945 die Zerstörung der Kirche durch einen Bombenangriff. Zunächst konnten die Gottesdienste in der evang. Friedhofskapelle gefeiert werden, dann wurde die Mitbenutzung der Kapelle des umgesiedelten Antonius-Krankenhauses möglich.

1950-52 konnten nach Entwürfen von Diözesanbaurat Felix Hinssen Kirche und Pfarrhaus neu errichtet werden. Den Altarraum zierte zunächst ein Fresko von Veit Kraus mit dem betenden Franziskus und einer Familie unter dem gekreuzigten Christus. Bei der Umgestaltung 1980/81 unter Pfr. Johannes Matuschewski (1968-86) wurde die Rückwand durchbrochen und eine Betonglasrosette von Alfons Bittner mit Motiven aus dem Sonnengesang eingesetzt. Den Wandteppich mit einer Darstellung des Pfarrpatrons schuf ein Gemeindeglied.
Die Jehmlich-Orgel aus dem Jahre 1958 wurde 1971 erweitert.

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